Wildschönau / Österreich von Björn (08/2012)

Mit der Familie verbrachte ich August 2012 den Urlaub in der Wildschönau, gleich hinter der Grenze bei Kufstein.

Ich entschloss mich mein Rennrad und Mountainbike mitzunehmen.

Für die Rennradtouren lud ich mir diverse Touren von GPSies für meinen Garmin herunter. Ich hätte da schon stutzig werden müssen, da sich nur eine Tour darunter befand, die in unmittelbarer Nähe startete…..

 

 

 

 

 

 

Blick über die Wildschönau

 

Meine erste Tour sollte über 110 KM gehen. Die 800 Höhenmeter sollten als Einstieg für mehr stehen.

Ich startete in Hopfgarten und fuhr entlang eines kleinen Baches Richtung Brixen. Toller breiter Radweg, leicht ansteigend. Dann folgte ein 2 KM langer Anstieg, alles gut. Anschließend eine wenig befahrene Straße und nach ca. 20 KM erreichte ich Brixen. Touriort…mehr muss man nicht sagen.

Jetzt ging es auf Radwegen abseits der Straße entlang der Bahn Richtung Kitzbühel. Der Radweg in einem ordentlichen Zustand, allerdings durch die vielen Richtungswechsel und ganz kurzen knappen Anstiegen fand man nie seinen Rhythmus. Kurz vor Reith dann die erste Verwunderung: Schotterpiste geradeaus oder einen einsamen Weg hoch in den Berg (sah nach mehr als 20 Prozent Steigung aus…). Der Garmin sagte geradeaus. Langsam fuhr ich ca. 2 KM Richtung Reith auf der Schotterpiste. Ein Ausweichen auf die Hauptstraße nicht möglich. Zu weit entfernt und da es sich um eine vielbefahrene Bundesstraße handelte auch noch verboten.

 

 

 

1. Tour um den Wilden Kaiser, 111 KM

 

Hier kam dann Luxus pur. Ein Golfplatz, parkende Ferrari, Audi R8 und nette Anwesen. Geld, Geld, Geld……

Über eine vielbefahrende Nebenstraße ging es dann über Oberndorf auf einem schlechten Radweg nach St.  Johann. Der Belag war wirklich daneben.

Nun freute ich mich auf eine kleine Straße Richtung Kössen. Aber nach einem kurzen Anstieg wurde auch hier der Belag ganz bescheiden. Längsrillen in der Fahrbahn. Man musste höllisch aufpassen, dass man beim zügigen Tempo nicht stürzt. Sonst hätte die leicht abfallende Strecke wirklich klasse werden können. So nicht.

Im Anschluss ging es entlang des Walchsees Richtung Kufstein. Hier musste man die vielbefahrene Bundesstraße benutzen. Ein Radweg? Fehlanzeige! Einzig der Rückenwind machte Spaß.

 

 

 

 

Blick über die Wildschönau vom Schatzberg, 1889 Meter

 

Ab Kufstein fuhr ich dann entlang des Inns auf einem wirklich sehr gut ausgebauten Radweg. Ab Wörgl führte mich mein Garmin dann über Nebenstraßen und schlechten / kleinen Radwegen  wieder Richtung Hopfgarten. Dort stelle ich mein Look genervt ins Auto und sprang in den dortigen See.

Die zweite Tour sollte besser werden. Aber wie? Mit dem Auto los zu einem anderen Startort wollte und konnte ich nicht. Familie brauchte das Auto. Ich musste auf jeden Fall von der Hochebene Wildschönau ins Tal. Es blieb nur wieder der Weg über Hopfgarten. Der Weg über Wörgl kam für mich nicht in Frage. Zwar gab es eine lange Abfahrt, ca. 7 KM, aber der Belag war sehr bescheiden. Gerade in den Kurven gab es Längsrillen.  Dazu kam, dass es sich um die viel befahrene Hautstraße handelte. Einen Radweg gab es auch hier nicht.

Also fuhr ich die Tour bis Reith genauso wie die erste Tour ab und nahm sogar die Schotterpiste kurz vor Reith in Kauf.

 

 

 

Rund um den Wilden Kaiser, 76 KM

 

Von Reith aus fuhr ich dann auf einer vielbefahrenen Nebenstraße Richtung Going. Dort wollte ich dann über Ellmau, Scheffau und Söll wieder Richtung Hopfgarten fahren.

Angeblich sollte es einen gut ausgebauten Radweg dort  bis Söll geben. Die Bundessstraße benutzen kam für mich nicht in Frage. Sehr starker Verkehr. Selbst auf einem Sonntag. Also folgte ich dem beschilderten Radweg.

Ich verlor schnell die Lust. Andauernd abbremsen, anfahren und auf den Fußgängerverkehr achten. Zwischendurch dann viele kurze Teilabschnitte mit Schotter. Aber gut, ich musste da nun durch. Einzig das Teilstück von Scheffau Richtung Söll war klasse. Leicht abfallend, keine Fußgänger, viele langgezogene Kurven…so habe ich es mir vorgestellt. Belohnt wurde dieses Glücksgefühl mit einer 3 KM langen Schotterpiste. Ausweichmöglichkeiten? Keine! Nur umdrehen….ich fuhr weiter.

Nach einem längeren Anstieg auf einer kleinen Nebenstraße Richtung Itter fuhr ich wieder zum See und freute mich auf das kühle Nass.

 

 

 

 

Auf dem Weg zur Holzalm, 1438 Meter

 

Ich nahm mir vor nicht mehr mit dem Rennrad zu fahren. Entweder man muss jemanden dabei haben, der sich wirklich auskennt oder eben in Kauf nehmen mit dem Auto einen Startpunkt zu suchen. Kann mir aber schwer vorstellen, dass es dort tolle Rennradstrecken gibt. Zumindest nicht rund um den Wilden Kaiser. Gibt wohl einen Grund, warum nur ganz wenige (und dann kurze Strecken) bei GPSies für Rennräder in dieser Gegend eingestellt sind.

 

 

 

 

Auf dem Weg zur Holzalm, 1438 Meter

 

Ich nahm zur letzten Tour nun das MTB. Sollten nur zwei Stunden werden. Mehr nicht. Aber Höhenmeter sollten dabei sein. Ich fuhr auf einem schmalen Wirtschaftsweg von Oberau aus über den Sonnberg hoch zum  Roßkopf auf die Holzalm. Ich fuhr eine Stunde nur bergauf. Gut 700 HM auf 9  KM kamen zusammen. Es gab viele Passagen mit über 20 Prozent Steigung. Schnell musste man in den „letzten Gang“ schalten.

Aber endlich das Gefühl in den Bergen angekommen zu sein. Keine Autos, nur Fußgänger, MTB Fahrer und ein toller Ausblick. Das ganze bei einem traumhaften Wetter. Über 30 Grad, kein Wind und keine Wolken.

 

 

 

Tour zur Holzalm, 24 KM

 

Oben auf der Alm wurde man mit einem tollen Panorama belohnt. Traumhaft.

Nach einem verdienten Radler versuchte ich noch über Schotterpisten wieder ins Tal zu gelangen. Klappte aber allerdings nicht….egal. Fuhr ich eben die gleiche Strecke wieder zurück und im Anschluss dann ins nahegelegene Freibad.

Das hat Spaß gemacht. So stellte ich es mir mit meinem Rennrad ebenfalls vor.

Im nächsten Jahr, falls wir wieder dort hinfahren, werde ich nur das MTB mitnehmen. Berge, Wirtschaftswege und Schotterpisten gibt es dort zu Genüge. Und, man braucht sich keine Gedanken über Straßen, Radwege und deren Beschaffenheit machen.

 

 

 

 

Blick von der Holzalm, 1438 Meter

 

Ein Tipp noch: Wer sich einen Berg nicht zutraut, kann dort unten sehr gut auch MTB als E-Bike ausleihen. Dort gibt es ein sehr gut ausgebautes Netz mit Wechselstationen für die Akkus (sogar oben auf der Alm, auf der ich war) und eine tolle Karte mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden obendrauf. Die Karte kann man auch zum MTB fahren nehmen.

Leider gibt es so eine Karte, aber nicht für Rennräder…..

Weitere Informationen zur Wildschönau gibt es hier!

Gruß Ziege

Radsport im Alten Land