Fichtelgebirge von Björn (06/2014)

Ollanner on TourAnfang des Jahres entschlossen Dieter und ich uns für ein dreitägiges Trainingslager im Fichtelgebirge. Dieter war bereits mehrfach dort. Konnte eine Hotelempfehlung geben und kümmerte sich um die Buchungen im Hotel in Bischofsgrün.

Jörg und Wolfgang wollten ebenfalls. Also los. Wir fuhren am späten Mittwoch Nachmittag und los und waren gegen 22:00 Uhr dort.

Dieter wartete bereits im Hotel.Es gab noch lecker Astra. Am nächsten Morgen sollte die erste Tour starten.

 

Die erste Tour sollte in den Ostteil des Fichtelgebirges führen. Ich lud eine Tour über knappe 150 KM und 2400 HM auf den Garmin. Wir mussten rechtzeitig wieder im Hotel sein. Es gab Deutschland gegen USA.

Fichtelgebirge Tag1Aus Bischofsgrün raus begann gleich die erste knackige Steigung mit ca. 100 HM.

Lief ganz gut nicht zu steil. Kurz und knackig eben. Dies sollte sich durch das ganze Fichtelgebirge durchziehen. Sehr welliges Profil, letztlich mit ordentlich HM. Die Straßen waren in einem für norddeutsche Verhältnisse sehr gutem Zustand. Kaum Schlaglöcher, wenig geflickte Stellen auf der Fahrbahndecke.

P1010203Schnell kam man auf den rasanten Abfahrten auf 75 km/h, ohne das Gefühl zu haben, dass das Fahrrad ausbrechen könnte.

Positiv empfand ich auch den geringen Fahrzeugverkehr (sehr wenige Motorräder und LKW). Nur in den Ballungsgebieten und auf den Bundesstraßen sollte es anders sein.

Wir kamen ziemlich schnell aus den Wäldern heraus und konnten das Panorama mit herrlichem Ausblick über Bayern geniessen. Es ging von 800 HM runter auf 300 HM. Diese Höhe sollten wir auch für den Rest des Tages beibehalten. In diesem Bereich war es wie gesagt sehr wellig.

P1010198Gegen Mittag kehrten wir in einem kleinen miesen Imbiss in Selb ein, aber das alkoholfreie Weizen war ganz gut.

Danach ging es Richtung Marktredwitz, wo dann doch schon dichterer Verkehr herrschte. Hier mussten wir auf die in Bayern gut ausgebauten Fahrradwege ausweichen.

Einen Abstecher nach Cheb in Tschechien konnte wir uns leider aufgrund des Zeitdrucks nicht leisten. Soll sehr schön dort sein.

Gegen 16 Uhr wurden wir langsam nervös. Die Kräfte schwanden und wir hatten bereits 150 KM in den Beinen. Nur Bischofsgün war noch nicht in Sicht. Laut Kilometerangaben von GPSies wäre der Track aber nun zu Ende.

P1010205Nach Karte wären es aber geschätzt noch 15 KM und einige HM. Wir quälten uns die letzten Steigungen hinauf und erreichten noch rechtzeitig um 17:30 Uhr das Hotel.

Wie die Kilometerabweichung zustande kam? Keine Ahnung. Am Ende war die Tour dann doch noch 162 KM lang.

Der zweite Tag sollte ebenfalls 160 KM lang sein und ebenfalls 2400 HM in sich haben. Der westliche Teil des Fichtelgebirges mit Kulmbach und Bayreuth sollte erkundet werden.

Fichtelgebirge Tag2Auch hier verließen wir schnell den bewaldeten Teil und fuhren zunächst Richtung Kulmbach. Auf Nebenstraßen wurden schnell mal kurzzeitig 17 Prozent Steigung erreicht. Diese Straßen führten dann auch durch die typischen bayerischen Dörfer mit ihren Almen. So eben, wie man sich Bayern vorstellt.

Und immer im Blick: Der Turm vom Ochsenkopf. Dem Berg direkt bei Bischofsgrün. So wusste man immer, was man mindestens noch vor sich bzw. schon geleistet hatte.

P1010225Kulmbach und Bayreuth wurden bewusst von uns gemieden. Wir wollten das umliegende Gelände erkunden.

Gerastet wurde in einem typischen Hofgarten. Diverse Radfahrer waren dort. Die meisten wollten dort den Main entlang radeln. Danach wurde es dann doch ein wenig anstrengend.

Die Beine begannen zu schmerzen. Waren die Touren doch zu lang für uns Flachlandtiroler? Nein, man muss auch mal beißen können. Wir taten es.

P1110804Auf der Suche nach einer Tanke, es war sehr heiß an dem Tag, mussten wir hinter Bayreuth auf der Bundesstraße Richtung leicht steigend (1-3 Prozent) fahren. Starker Verkehr und die Frage, warum man sich das antut. Wir litten. Hier hätte sich Ortskenntnis bezahlt gemacht. Wie wir am nächsten Tag herausfanden, hätte man sich die Bundesstraße sparen können und auf gut ausgebauten Radwegen und Nebenstraßen neben eben dieser Straße fahren können. „Manchmal ist Ortskenntnis eben unbezahlbar“, so Dieter. Ein letztes Aufbäumen an einer 5 KM langen Steigung mit angenehmen 5 Prozent, dann ging es nur noch bergab. Geschafft. Die Königsetappe hatten wir geschafft. Keiner hatte gemeckert. Sehr schön.

Fichtelgebirge Tag3Der letzte Tag sollte nicht so lang werden. Wir wollten nachmittags noch wieder Richtung Heimat fahren.

An diesem Tag wurden wir von zwei Kumpels von Dieter, Harald und Werner, begleitet. Wie oben schon beschrieben zeigten sie uns zunächst eine Nebenstrecke der Bundesstraße. Dann ging es eine Hammersteigung mit 17 Prozent hinauf. Ca. 1,5 KM lang und ein echter Hammer am letzten Tag.

P1110832Danach wurde Bayreuth getreift und es wurde eine Brotzeit auf einer Alm eingenommen. Jörg und ich meinten gleich, dass es hier aussieht wie bei den Drombuschs….

Die Oberschenkel brannten an diesem Tag. Wir „ballerten“ noch mal die letzten 5 KM mit 3 Prozent eine Steigung hinauf und dann hatten wir es geschafft.

An drei Tagen waren wir 390 KM mit guten 5700 HM gefahren. Für uns Deichfahrer eine richtige Leistung.

P1110806Ich für meinen Teil kann das Fichtelgebirge nur empfehlen. Tolle Landschaft, wenig Verkehr und nicht so lange Steigungen wie z.B. im Harz…..genau richtig auch für nicht so geübte Radfahrer. Die Touren kann man dann ja anpassen.

Wir kommen wieder!

Weitere Fotos gibt es in unserem Album.

Ach ja, der Hammer kam zum Schluß. Wolfgang meinte dann doch noch einen draufsetzen zu müssen.

mitprofilEr entschloss sich um 15 Uhr Richtung Heimat aufzubrechen. Womit? Mit dem Fahrrad. Noch mal eben 550 KM ohne große Pause und Schlafen durchfahren. Er kam dann am Sonntag gegen 20 Uhr geschafft Zuhause an.

Herzlichen Glückwunsch!

Auf ein Neues in 2015!

Björn

 

 

 

 

 

Radsport im Alten Land