Dreiländergiro von Björn (07/2010)

Muss hier auch noch Mal meinen kurzen enttäuschenden Bericht abliefern:

Vorweg: Ich bin nach 93 KM und 2700 Höhenmetern ausgestiegen.

Am Anfang lief es noch ganz gut am Stilfser Joch. Hatte meinen Puls immer bei 140 – 150 gehalten, die Beine schienen ganz gut zu sein.

Nach ca. 20 Km am Joch kam dann die erste Pause für mich ausserhalb der Verpflegungsstation. Die Beine wurden schwerer die Geschwindigkeit ging bei mir stark bergab.
Psychisch macht dieser Pass einen richtig zu schaffen. Es gibt dort 46 durchnummerierte Kurven, man kann sie dann nach unten herunter zählen. Das macht einen fertig………..
Als ich dann gegen 11:20 Uhr oben war (12 Uhr war Besenwagen Zeit am Joch), habe ich noch schnell meine Trinkflaschen aufgefüllt, diese komische gelbe Frucht gegessen und dann weiter…..14 Uhr musste ich oben auf dem Ofenpass sein und das waren noch einmal 900 Höhenmeter und knappe 15 KM aufwärts…….

Die Abfahrt vom Joch mit der Naturstraße war mehr als anstrengend. Man musste immer höllisch aufpassen, auch auf den Verkehr der von hinten kam….

Dann gleich die nächste Verpflegungsstation vor dem Ofenpass. Habe dort fast 30 Minuten versucht Kraft zu tanken. Zur Abwechselung gab es dann Käsebrot…..lecker .

Weiter zum Ofenpass. Der Puls stimmte, nur die Beine wollten nicht mehr. Sie schmerzten und ich bekam meine Trittfrequenz nicht mehr hin. Die Geschwindigkeit ging immer weiter in den Keller und der Aufstieg kam einen unendlich lang vor.
Ich musste mehrere Pausen machen und dachte die ganze Zeit nur ans Aufhören. Wäre der Besenwagen vorbei gekommen, ich wäre sofort eingestiegen…..
Die letzten 150 Meter hoch zum Ofenpass bin ich dann zu Fuß gegangen. Meine Beine machten schlapp, aber ich wußte danach geht es erstmal lange bergab und es wartet nur noch der Schlußanstieg mit 600 Höhenmetern auf mich.
Ich ging zur Verpflegungsstation und wurde nun gleich von einem Sanitäter / Arzt angesprochen, ob es mir gut gehen würde. Habe schon schlauere Fragen gehört…..jedenfalls nahm er einen Finger von mir und maß den Sauerstoffgehalt in meinem Blut. Dann der Ausspruch:“Du bist raus!“
Er empfahl mir dringend nicht mehr weiterzufahren, der Sauerstoffgehalt lag bei 85%. Konnte ich nichts mit anfangen. Jedenfalls setzte er telefonisch die Rennleitung in Kenntnis und ich war raus. Ich hätte auf eigene Gefahr weiter fahren können…..

Das war dann der letzte Knick. ich hatte keinen Bock mehr, war absolut fertig und wollte nur noch ins Hotel.
Zwischendurch kam Thomas noch am Ofenpass an. Der sah auch nicht viel besser aus. Blutverschmierte Nase und Beine…..aber er wollte noch weiter fahren und das Rennen beenden……ich wünschte ihm viel Glück. Mein innerer Schweinehund war gebrochen, total. Das hatte ich noch nicht erlebt.

Auch das Gefühl in diesen Besenwagen zu steigen, absolut ätzend. Kannte ich vorher noch nicht und wünsche ich auch niemanden. Niemals!

Fazit: 2200 KM Vorbereitung reichen absolut nicht. Minimum 3000 KM und dann auch ein Paar Höhenmeter dabei…..Ich habe diesen Giro absolut unterschätzt. Das wird mir mit keinem Rennen mehr passieren!!!!!!!!!!!!!

Kritik noch kurz an den Veranstalter: Bei nächsten Mal bitte 5 Euro mehr Startgeld nehmen und dafür vielleicht eine bisschen bessere Verpflegung. Nur Bananen und ein Käsebrot sind für so eine lange Strecke wirklich sehr ätzend!

Bilder gibt es hier, werden noch einige folgen:

Klasse Landschaft, wirklich einmalig!

 

Radsport im Alten Land